Nichts
tun
Negatives oder positives
Abbild?
Oben
oder Unten?
Zufälle
nutzen Die Übung
Setzen Sie sich bequem vor eine Pflanze. Nehmen Sie wahr, aus was sie besteht:
Stamm, verschiedene Äste, viele einzelne Blätter, vielleicht Blüten.
Schließen Sie kurz die Augen und stellen Sie sich die Pflanze vor.
Dann öffnen Sie die Augen wieder. Nehmen Sie jetzt «das Nichts», die
Grenzen der Luft wahr, die die Pflanze umgibt. Konzentrieren Sie sich auf
die Farbe des Hintergrundes und denken Sie, diese Hintergrundfarbe wäre
durch die Pflanze ausgestanzt.
Nach der Übung
Ihre Augen und ihr Sehzentrum «konstruieren» ein Bild in Ihnen («eine Pflanze»)
und ordnen ihm ein bekanntes Muster zu (z.B. «eine Zimmerlinde!»). Das Umgebende
scheint dafür unwichtig, darum haben wir dafür kein inneres Muster
und keinen Begriff. Sie können es zwar (mit Übung) wahrnehmen,
aber nicht benennen. Wir könnten fotographisch genauso gut sehen, wenn
wir statt der positiven Formen («die Radspeichen» oder «die Dachkante»)
die Negativ-Formen («die Zwischenräume zwischen den Radspeichen» oder «die
abgeschnittene Wolken-Himmelformation») sehen würden. Aber wir tun
es nicht, weil wir Negativformen nicht benennen, nicht anfassen können.
Wozu soll das Erkennen von Negativformen gut sein? Für nichts anderes,
als zu erleben, dass es auch andere Blickwinkel geben kann und nichts so
ist, wie es uns mit unserem gewohnten Alltagsblick erscheint.