«Klarheit und Wahrheit sind (gleichzeitig) nicht möglich» (Niels Bohr, Atomphysiker und Nobelpreisträger). Wir können auch nicht gleichzeitig eine Nadelspitze und den Horizont scharf erkennen.
Um «Klarheit» zu erlangen, müssen Sie alles Unwichtige wegdenken oder in einem Experiment ganz wegschließen. Dann wird eine Einzelwirkung klar, eine Formel, ein bestimmter kleiner Ausschnitt unserer Wirklichkeit.
«Wahrheit» ist ein anderes Wort für die «Realität wie sie ist»: komplex, verwoben und voll chaotischer Wechselwirkungen. Wenn Sie auf dieses Ganze schauen, können Sie es nur begrenzt verstehen, aber sehr wohl in seiner Vielfalt bewundern oder genießen. Eine «ganze Wahrheit» oder «die» Wahrheit gibt es nicht.
Um etwas zu verstehen, brauchen Sie beides: Klarheit (den Blick auf das Detail) und Wahrheit (den Blick auf die Zusammenhänge). Das ist aus den genannten prinzipiellen Gründen aber nur abwechselnd möglich. (Beispiel)